Das Wirtschaftsforum weiß, dass Händler in der Südstadt nur ihre Trümpfe ausspielen müssen

Zurück zu den Wurzeln – dieser Slogan zieht sich mittlerweile durch 17 Jahre Vereinsgeschichte und ist für die rund 200 Mitglieder des Wirtschaftsforums Südstadt e. V. heute von größerer Bedeutung denn je. Denn sie sorgen mit ihren Geschäftskonzepten, ihrem außergewöhnlichen Service und nicht zuletzt mit einem auf die Südstädter ausgerichteten Sortiment für eine enge und vertrauensvolle Beziehung zwischen Stadtteilbewohnern und Standortgemeinschaft. „Unser Ziel ist doch, dass sich die Südstädter zu ihren Geschäften in der Nachbarschaft bekennen, denn nur so kann das Angebot langfristig erhalten oder sogar ausgebaut werden“, sagt Peter Remm, seit Anbeginn und Gründung der erste Vorsitzende des eingetragenen Vereins.

Im Laufe der Jahre hat er mit seinen Mitstreitern vor allem am Aufbau eines starken Netzwerks gearbeitet und viele Veranstaltungen organisiert, um die Menschen in der Südstadt zusammenzuführen, das Gemeinschaftsgefühl und ihre Identifikation mit dem Stadtteil zu stärken. Kurzum, um die Lebensqualität in der Südstadt zu steigern. Heute werden besonders die inhabergeführten Läden mit voller Leidenschaft und dem gemeinsamen Ziel des Wirtschaftsforums Südstadt e. V. geführt: Jeder Kunde soll sich bei ihnen willkommen- und wohlfühlen.

Dafür ist der Austausch innerhalb der Mitgliedsgemeinschaft von enormer Bedeutung. „Auf den vierteljährlich stattfindenden Businesstreffs erfahren wir von den Sorgen anderer Gewerbetreibender, kommen immer wieder miteinander ins Gespräch und versuchen, bei Problemen gemeinsam Lösungen zu finden“, sagt Peter Remm, Geschäftsführer von Kühl Optik an der Hildesheimer Straße. Ein großes Thema ist seit Jahren die Konkurrenz im Internet. Auch bei dem Optikermeister, dessen Geschäft Kühl Optik sich seit 1954 in der Südstadt behauptet. Die virtuellen Anbieter werben mit Rabatten, erforschen mit Algorithmen das Kaufverhalten und die Bedürfnisse der Kundschaft. Peter Remm hat einen anderen Trumpf: Die Kunden wollen Brillen auch mal aufsetzen und anfassen. Sie wollen beraten werden, die Brille auf kurzem Weg einstellen oder reparieren lassen. „Und so kommen neben den Stammkunden auch immer wieder Leute zu mir, die im Internet bestellt haben, aber unzufrieden sind, weil die Fassung nicht sitzt oder die Sehstärke nicht optimal ermittelt wurde“, so der Augenoptikermeister.

So wie Remm, ticken viele Einzelhändler in der Südstadt. Sie sind teilweise seit Jahrzehnten vor Ort, kennen ihre Produkte und die Kundschaft. Peer-Philipp Krall führt seit 2012 Cruses Buchhandlung. Ein Unternehmen, das 204 Jahre auf dem Buckel hat. „Wir hören stets genau hin, damit wir die Wünsche der Südstädter erfüllen können“, sagt der Buchhändler, der sich mit Auswahl und Service gegen den Riesen aus dem Netz behaupten kann. Auch in der Südstadt bestätigt sich also: Wer mit bewährten Tugenden überzeugt und auf Werte setzt, ist erfolgreich.

Die Drogerie Pielhauer ist an der Hildesheimer Straße eine Institution – und hat sich auf diese Weise gegen die Drogeriekette Schlecker durchgesetzt. Mit einer klaren Linie. Ralf Pielhauer setzt beispielsweise auf hochwertige Produkte, die die Gesundheit erhalten.

Diese ehrgeizige Philosophie treibt auch Katarina und Moos Lehmgrübner an, die den ehemaligen Bioladen Bittersüß übernommen haben. Natürlich ist ein Neuanfang immer ein Risiko. Eigentlich betreibt das Paar in Springe eine eigenständige Bioland-Gärtnerei. Hier bauen sie Obst und Gemüse an, das sie nun in ihrem Hofladen verkaufen. Mit Erfolg.

Die Südstadt und ihre Traditionsgeschäfte – für den Vorsitzenden des Wirtschaftsforums gehört das zusammen. „Käse-Schaub und die Seilerei Rockmann zählen auch dazu“, sagt Peter Remm. „Nur wenn wir den Menschen tagtäglich vor Augen führen, dass wir hier mit Vielfalt und Kompetenz punkten, können wir sie zum Nachdenken bringen.“ Denn diese Vorteile bleiben vor Ort nur dann erhalten, wenn lokal eingekauft wird.