Schornsteinfeger Michael Böttcher und Sebastian Mc Connahay haben traumhafte Ausblicke

Durchaus reizvolle Ausblicke bietet die Südstadt von oben. Und wer sollte das besser wissen als Schornsteinfegermeister Michael Böttcher? Seit 18 Jahren ist er im Bereich zwischen dem Rudolf-von-Bennigsen-Ufer und der Hildesheimer Straße unterwegs und kümmert sich in seinem Bezirk um Heizung, Schornstein, Kamin und Co. Insgesamt teilen sich den Bezirk in der Südstadt vier Schornsteinfeger.

„Die Kehrbezirke werden von der Region Hannover zugewiesen“, erklärt Böttcher, der sich jeden Tag von Hellendorf in der Wedemark auf den Weg nach Hannover macht. Die Strecke zum Dienstort macht ihm überhaupt nichts aus, viel zu gerne ist er in der Südstadt als Schornsteinfeger im Einsatz und hofft, dass der Bezirk ihm noch lange erhalten bleibt. „Die Südstädter sind einfach toll“, schwärmt der 56-Jährige, der zumeist mit seinem Kollegen Sebastian Mc Connahay unterwegs ist. Beide eint, dass sie das Schornsteinfeger-Gen quasi mit in die Wiege gelegt bekommen haben. „Ich bin Schornsteinfeger in der dritten Generation“, erzählt Mc Connahay, und Michael Böttcher führt die Familientradition sogar schon in der vierten Generation fort.

Einmal pro Jahr melden die beiden ihren Besuch in den Haushalten an, um dort die Überwachung der Heizungsanlagen vorzunehmen oder ganz klassisch den Schornstein oben auf dem Dach zu reinigen. Ob Küche, Badezimmer oder Keller – jeder Raum, in dem eine Gastherme angebracht ist, wird somit automatisch zum Dienstort. Auch die Überprüfung großer Dunstabzugsanlagen in Gastronomiebetrieben gehört dazu. Dazu kommt das Prüfen von Kaminöfen sowie die Beratung in Sachen Brandschutz und Energiesparen. Auch Energiesparausweise nach der Energieeinsparverordnung darf der Fachmann ausstellen. Schwindelfreiheit ist in dem Beruf unabdingbar, und beide haben damit überhaupt keine Probleme. Zudem: Von den Dachstiegen bietet sich ihnen ein herrlicher Ausblick über die vielen Hinterhöfe und eingewachsenen Gärten, teilweise bis zum Maschsee und zum Stadion. Fast schon freundschaftlich ist das Verhältnis zu vielen ihrer Kunden und nicht selten endet ein Besuch in der Küche bei einer Tasse Kaffee. „Gerade bei älteren Menschen ist der Wunsch nach Klönschnack manchmal groß“, sagt Michael Böttcher.

Die Bevölkerungsstruktur in seinem Bezirk beschreibt er als gemischt. „Die junge Bevölkerung kommt langsam nach“, sagt der Schornsteinfeger. Auch die Art der Wohnungen ist unterschiedlich. Vom Ein-Zimmer-Apparte-ment über die Wohngemeinschaft für Studenten bis zum luxuriösen Penthouse ist alles mit dabei, und an einigen Stellen findet sich sogar das klassische Einfamilienhaus. Auch mit dem Parken haben Michael Böttcher und Sebastian Mc Connahay keine Probleme. „Wir machen es wie die Fahrradfahrer“, verrät Böttcher und meint damit, dass er seinen Wagen auch gerne mal direkt auf dem Bürgersteig abstellt. Doch hierfür haben die meisten Verständnis, denn der Schornsteinfeger ist ein bekanntes und beliebtes Gesicht in der Südstadt.