„Wir müssen alles daransetzen, Vereine am Leben zu erhalten“

Peter Pilz

Wenn Peter Pilz (55) das Gelände des VfL Eintracht Hannover an der Hoppenstedtstraße im Herzen der Südstadt betritt, dann legt sich ein Lächeln auf das Gesicht des Abteilungsleiters Fußball im VfL Eintracht Hannover: „Das ist mein Verein, das ist meine Oase, das ist Teil meines Zuhause.“ Dass auf Peter Pilz auf dem Gelände, genauer gesagt in der Geschäftsstelle, auch jede Menge ehrenamtliche Arbeit wartet, erwähnt der Südstädter nur am Rande. Und dabei betreut und verwaltet er die Fußballsparte, jene Abteilung, die mit rund 800 Mitgliedern die größte des VfL Eintracht ist. Rund 2700 Mitglieder hat der Verein insgesamt. Er ist damit hinter Hannover 96 und dem TKH der drittgrößte Club innerhalb der Landeshauptstadt.

„Für mich ist der Sportverein ein Kleinod, eine Gemeinschaft, die immer noch funktioniert, trotzt der großen Konkurrenz von Fitness-Studios, Event-Sport-Anbietern, Handys, Computerspielen und vielen, vielen anderen Freizeiteinrichtungen.“ Und dennoch sieht der ehemalige Fußballer mehr dunkle als helle Wolken aufziehen, wenn er nach der Zukunft der Vereine gefragt wird: „Die Sportvereine gehen kaputt, weil es an Menschen mangelt, die bereit sind, sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl einzusetzen, sich ehrenamtlich um andere, auch und gerade sozial schwache Menschen, zu kümmern.“

Die Gesellschaft müsse sich bewusst sein, dass Vereine eine der besten, wenn nicht ‚die´ beste Alternative seien, Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher sozialer Hintergründe, quer durch alle Schichten, zu integrieren. „Wenn eine Mannschaft zusammen aufläuft, spielt oder zusammen trainiert, dann ist es egal ob jemand Ausländer oder Deutscher ist, einen Doktortitel besitzt oder ‚nur´ Arbeiter ist – es sind alle gleich, besser kann Integration nicht sein.“ Das gelte auch für die Pflege der Anlagen. „Hier packen alle mit an!“ Diese Argumente sozialer Integration müssten auch der Politik klar sein, die „immer noch viel zu wenig tut, um Vereine zu unterstützen“.

Ein Sportverein ist für Peter Pilz aber auch ein Ort, in dem die Mitglieder, speziell Kinder und Jugendliche, nicht nur eine oder mehrere Sportarten erlernen und betreiben. Ein Sportverein wie der VfL Eintracht ist für ihn zugleich eine „Schule für das Leben“. Gemeint ist: „Hier lernen die Kinder und Jugendlichen auch gutes Benehmen, sie lernen Achtsamkeit, Vertrauen und wie wichtig soziale Kontakte sind.“ Der VfL Eintracht sei kein „Knigge-Verein“ des guten Benehmens, aber er sei, wie viele andere Clubs auch, ein guter „Lehrmeister“. Das gelte auch für Erwachsene.
„Wir grüßen uns, wenn wir auf die Anlage kommen, und wir respektieren uns, daraus entwächst eine Gemeinschaft, die zusammenhält und einander hilft – nicht nur beim Sport, sondern darüber hinaus auch immer wieder im privaten Bereich.“

Für die Zukunft wünscht sich Peter Pilz: „Dass es uns gelingt, gemeinsam mit der Gesellschaft und der Politik die Vereine in eine stabile Zukunft zu führen, das Ehrenamt zu fördern, damit wir weiterhin einen wichtigen sozialen Beitrag für Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene leisten können.“