Marius Schrader liebt es in seinem Schrebergarten

Gut Grün“ – den traditionellen Gärtnergruß verwendet Marius Schrader bei den Sitzungen des Kleingärtnervereins Tiefenriede e. V. Der 32-jährige Vorsitzende greift damit eine Tradition seines Großvaters auf. „Mein Großvater August Schrader hatte schon 1957 einen Kleingarten. Auch diese Tradition hat die Familie beibehalten“, freut sich der Hannoveraner, der den grünen Daumen seines Opas geerbt hat und ebenfalls den Beruf des Gärtners erlernte.

„Für mich ist es immer wieder faszinierend, was für eine schöne, große Pflanze aus einem winzigen Korn wachsen kann“, begründet er eine seiner Motivationen zur Profession. Nicht nur seine Eltern, auch seine Schwester und Cousine gehören der Kleingartengemeinschaft an. „Kleingärten sind kein Auslaufmodell.

Immer mehr junge Menschen nutzen die Möglichkeit, eine sogenannte grüne Scholle außerhalb der Wohnung zu pflegen. Gerade ein Gartengrundstück ohne fließendes Wasser und höchstens mit Solarstrom, das läuft schon unter Vintage oder Retro“, bestätigt der Fachmann. Bei einem Rundgang über das Gelände tauschen sich die Mitglieder aus, fachsimpeln beispielsweise über beste Wuchsbedingungen für Ochsentomaten, Sweeties oder Datteltomaten. Viele experimentieren auch gern. „Mein Busch mit den Physalis ist schon richtig groß geworden. Das hätte ich nicht gedacht.

Aber auch die Äpfel sind in diesem Jahr besonders süß“, freut sich Gert Richter, der die Zeit im Garten so richtig genießt, neue Sorten testet und auch Hochbeete gebaut hat. In den kleinen Paradiesen gedeihen nicht nur Rosen und Sonnenblumen, sondern auch Gemüse und Obst. Besonders stolz ist Gert Richter auf seine Jalapeños. „Diese Chili-Sorte hat mir durch die Schärfe Tränen in die Augen getrieben. Ich hätte nie gedacht, dass die hier wachsen würden. Manche Setzlinge bringe ich mir für den Garten aus dem Urlaub mit, anderes bestelle ich auch mal im Internet oder Fachhandel. Es ist immer wieder spannend, ob es klappt ,und dann natürlich eine große Freude, zu ernten“, sagt Gert Richter.

Das Gespür fürs Säen, Pflegen und Ernten wächst mit jedem Jahr. „Wir teilen hier aber nicht nur unsere Leidenschaft für den Garten. Bei den Gesprächen über den Zaun entdecken wir auch andere gemeinsame Hobbys wie das Radfahren, Joggen oder beispielsweise Rockmusik“, berichtet Marius Schrader. Es wird manchmal zusammen gekocht und gegrillt oder es gibt ein gemeinsames Picknick. Einzelne Sorten werden verglichen, es wird Marmelade gekocht und auch Honig produziert. „Hier gibt es sogar drei Bienenvölker. Das ist für uns natürlich etwas ganz Besonderes.

Wir müssen gar nicht erst auf den Märkten suchen. Hier ist alles regional und saisonal. Und es schmeckt auch noch richtig“, freut sich der Gärtner über die Vielfalt der Anlage.

Vor allem den Kindern bereitet der Umgang mit der Natur große Freude. Sie können in den Gärten spielen und gleichzeitig den Jahreslauf der Natur erleben. Wenn das Obst und Gemüse reif ist, helfen sie bei der Ernte. „Es ist wunderbar zu sehen, wie glücklich es Kinder macht, wenn sie direkt vom Baum Äpfel pflücken können.

Das war bei uns so, als wir im Garten unserer Eltern waren, das haben unsere Kinder so erlebt und inzwischen genießen es sogar die Enkel“, freut sich Marius Schrader über die grünen Oasen mitten in der Stadt, die sich großer Beliebtheit erfreuen.