Hannovers „schönste Ecke“

Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne über die Südstadt

Wir haben hier alles: mit der Eilenriede unseren eigenen Wald, mit dem Maschsee ein eigenes Binnenmehr, mit der Alten Bult die größte Wiese der Stadt und eine optimale Verkehrsanbindung. Wer kann so etwas schon von sich behaupten?“, schwärmt Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne von seinem Wohnviertel. Und ergänzt augenzwinkernd: „Wer in der Südstadt ist, ist quasi schon fast in New York.“ Denn mit der S-Bahn zum Flughafen sei es ja nur ein Katzensprung. Und von da aus geht’s weiter in die Welt.

Überhaupt: die Südstadt. Für Lothar Pollähne Hannovers schönste Ecke und die beste Gegend zum Leben. Ein großes Dorf inmitten der Landeshauptstadt. Seit 44 Jahren lebt der gebürtige Braunschweiger hier, davon mehr als 40 Jahre in derselben Wohnung an der Stolzestraße.„In Braunschweig hat es mir nie wirklich gefallen“, bekennt Lothar Pollähne. Jeden Freitag trifft man den leidenschaftlichen Hobbykoch auf dem Wochenmarkt auf dem Stephansplatz – seiner Meinung nach der Markt mit dem größten und vielfältigsten Angebot. „Dort bekommt man einfach alles“, sagt der Sozialdemokrat. Nur manchmal wird er dem Südstadt-Markt „untreu“ und ergänzt seine Einkäufe donnerstags auf dem kleinen Markt an der Friedenskirche im benachbarten Zooviertel.
„Pferderoulade gehört zu meinen absoluten Lieblings-essen“, verrät der Kommunalpolitiker. Dazu gibt es bei ihm nur selbst gekochte Beilagen – auch den Rotkohl dazu schnippelt und kocht er persönlich. Auswärts essen kommt für ihn nur selten infrage, dafür kocht er viel zu gerne. Anregungen findet er unter anderem in Hunderten von Kochbüchern, die er im Laufe der Jahre gesammelt hat. Aber: Das Beef and Reef am Osterleyplatz, das sei eine vorzügliche Adresse, verrät er als Tipp für Feinschmecker.

Für Lothar Pollähne ist der Stephansplatz der schönste Ort und erklärter Lieblingsplatz in der Südstadt. „Eigentlich komme ich hier jeden Tag einmal vorbei“, erzählt der Bezirksbürgermeister. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass er Pate des Bücherschranks ist, der dort seit knapp zehn Jahren aufgestellt ist und aus dem sich die Südstädter kostenlos Lesestoff ausleihen dürfen. Pollähne achtet auch darauf, dass dort keine Hetz- oder andere Literatur steht, die in einem öffentlichen Bücherschrank nichts zu suchen hat.

Seit 2006 hat er das Amt des Bezirksbürgermeisters inne und ist damit Hannovers dienstältester Bezirksbürgermeister überhaupt. Politisch engagiert hat er sich schon während seines Studiums. Später arbeitete er als Lehrer an der IGS Roderbruch, zudem schreibt und publiziert er seit vielen Jahren als freier Journalist. Als aktiv Mitwirkender in Hannovers Politik ist es für ihn auch selbstverständlich, Mitglied im Wirtschaftsforum zu sein. „Ich halte Kontakt zu den Gewerbetreibenden, aber auch zu Kultur und Theater und zu den Schulen.“ Ein großer politischer Wunsch von ihm ist, dass die aus der Bertha-von-Suttner-Schule hervorgegangene IGS zum kommenden Schuljahresbeginn eine gymnasiale Oberstufe erhält. „Ich denke, die Chancen dafür stehen gut“, gibt sich der Vater von zwei Kindern und Großvater von acht Enkelkindern zuversichtlich.